Schweiz erzeugt wenig Torgefahr gegen Estland

Beim 3:0-Heimsieg im EM-Qualifikationsspiel gegen Estland dominierte die Schweizer Nationalmannschaft den Ballbesitz mühelos und blieb ungefährdet. Viele Torchancen vermochten die Schweizer gegen ein flexibles 5-3-2-System der Esten auch wegen nur bedingt passender taktischer Ausrichtung allerdings nicht herauszuspielen.

Estland trat in Luzern mit einem primär auf die Defensive zugeschnittenen System an. Die gemeinhin als 4-4-2 bezeichnete Formation war höchstens in Phasen des eigenen Ballbesitzes teilweise zu erkennen. Grösstenteils mussten die Esten jedoch den Schweizern das Spieldiktat überlassen und formierten sich in einem 5-3-2-System. Die unterschiedlichen Systemausprägungen resultierten insbesondere aus den Pendelbewegungen des linken Aussenläufers Kallaste, der in der Defensive die linke Seite zumachte und damit die Bildung einer Fünferkette ermöglichte. Mets, zuweilen linker Aussenverteidiger im eigenen Spielaufbau hinter dem aufrückenden Kallaste, konnte sich damit in der Defensive als Teil der Dreierkette auf die Deckungsarbeit gegen die Schweizer Stürmer konzentrieren. Auf der rechten Seite hielt sich Teniste stärker zurück als Kallaste. Das eng aneinander angebunde zentrale Dreiermittelfeld war leicht nach rechts verschoben.
Weiterlesen »

Taktische Umstellung leitet FCZ-Untergang bei YB ein

Mit einem neuen System angetreten, stellte der FC Zürich in der Partie beim BSC Young Boys die Formation bereits nach einer Vierstelstunde erneut um und begünstigte damit die hoch verdiente 0:3-Niederlage.

Zu Saisonbeginn hatte der FC Zürich in einem 3-4-1-2-System einige spielerisch herausragende Leistungen gezeigt. Nebst verletzungsbedingten Umstellungen in der Startformation war in der Folge vor allem die gute taktische Einstellung der Gegner für die schlechter werdenden Resultate des FCZ verantwortlich. Die offensichtlichen Schwächen des FCZ-Systems, wie zu grosse Abstände in der Dreierkette, waren beispielsweise von den Young Boys bereits im September beim 2:1-Heimsieg ausgenutzt worden. Gleiches gelang dem FC Sion letzte Woche beim 1:0-Sieg im Letzigrund. In der Runde davor war der FCZ gegen das enge 4-3-3 des FC Vaduz mit seinem völlig unpassenden Spielsystem phasenweise total unterlegen. Die Entwicklung eines alternativen Spielsystems war für den FCZ überfällig. In der Endphase jener Partie in Vaduz (2:2) stellte FCZ-Coach Meier auf eine Viererkette um. Nach der Rückkehr zur Dreierkette gegen Sion schickte Meier sein Team in Bern nun erstmals mit einer Viererabwehr aufs Feld, was zweifellos die richtige Entscheidung darstellte. Im 3-4-1-2-System anzutreten gegen die im Pressing gegen eine Dreierabwehr herausragenden Young Boys wäre fahrlässig gewesen. Weiterlesen »

YB nutzt Aarauer Schwächen nicht

Der BSC Young Boys erreichte in Aarau trotz 70-minütiger Überzahl nur ein 1:1. Wegen einer taktisch und spielerisch zu wenig konsequenten Spielweise verpassten es die Berner, die vorhandenen Lücken in der Aarauer Defensive zu nutzen.

Nachdem der FC Aarau zuletzt mit einer Dreierkette gespielt hatte, wählte Trainer Christ für die Partie gegen YB ein 4-1-3-2-System mit Burki als alleinigem Sechser vor der Abwehr. Die Aarauer versuchten die Berner in viele Zweikämpfe zu verwickeln und möglichst wenig Spielfluss aufkommen zu lassen. Dies gelang ihnen in der von vielen weiten Bällen geprägten Startphase dank intensiver Laufarbeit ausgezeichnet. Die Young Boys hatten grosse Mühe, sich auf den aggressiven Gegner und die ungewohnten Spielbedingungen auf dem Brügglifeld einzustellen. Ein weiter Ball von Jäckle auf Sliskovic führte zum verdienten Führungstreffer der Aarauer. In der 20. Minute änderte sich das Spiel allerdings wegen der roten Karte gegen Djuric grundlegend.

Weiterlesen »

GC glücklicher Sieger gegen Luzern im Rautenduell

Mit dem bereits vierten System in seinem fünften Spiel als GC-Trainer feierte Coach Tami seinen ersten Sieg. Die Grasshoppers gewannen gegen den FC Luzern glücklich 1:0 in einem Duell zweier Formationen mit Mittelfeld-Raute.

Begonnen hatte Tami seine Arbeit bei den Grasshoppers zu Beginn der Rückrunde mit einem 3-4-1-2-System gegen den FC Basel und YB. Insbesondere gegen die Berner war GC mit der Dreierabwehr chancenlos geblieben. Seitdem bildet eine Viererkette die Basis der taktischen Ausrichtung von GC. Gegen den FC Zürich wählte Tami in der Meisterschaft ein 4-2-3-1-System, wobei dies wegen der frühen roten Karte gegen Dingsdag zu einem 4-4-1 verkam. In St. Gallen spielten die Grasshoppers in einem gut auf die Bedingungen angepassten 4-1-4-1-System. Im  Heimspiel gegen den FC Luzern schickte Tami sein Team mit dem bereits vierten System auf den Platz. Dabei orientierte er sich stark an der Ausrichtung des Gegners und wählte wie Luzern-Coach Babbel eine 4-4-2-Formation mit Mittelfeld-Raute, das auch als 4-3-1-2 bezeichnet werden kann.

Weiterlesen »

YB mit wirkungslosem Spielaufbau in Thun

Nach dem überzeugenden Sieg im Spitzenkampf gegen den FC Basel (4:2) resultierte für die Young Boys im Berner Derby ein 0:0. Dabei wurde YB in taktischer Hinsicht von gut eingestellten Thunern stark gefordert.

Die Young Boys hatten vor Wochenfrist die Partie gegen den FC Basel nicht zuletzt wegen ausgezeichneter taktischer Einstellung klar dominiert. Nebst dem aggressiven Pressing hatte insbesondere der eigene Spielaufbau sehr gut funktioniert. Im Derby fand man gegen das gut organisierte Defensivspiel des FC Thun jedoch kaum eine Lösung und spielte sich zu wenige Chancen heraus, um einen Sieg zu verdienen. Im Spielaufbau von YB zeigte sich vor allem in der ersten Halbzeit ein typisches Muster. Diese immer wiederkehrende Szene bildet den Fokus dieser Spielanalyse.

Weiterlesen »

Durchschnittlicher FCB in neuem Spielsystem

Eine Woche nach der Pleite bei den Young Boys (2:4) kam der FC Basel zu einem eher glücklichen Sieg gegen den FC Vaduz (1:0). Ein neues Spielsystem der Basler und eine nicht alltägliche Formation der Vaduzer führten zu einer taktisch interessanten Partie.

Der FC Basel reagierte mit einigen Umstellungen im Spielsystem auf die schwache Leistung im Spitzenkampf bei den Young Boys. FCB-Coach Sousa wich erstmals seit langem vom üblichen System mit asymmetrisch formierter Defensive ab. Traore und Xhaka waren als Aussenverteidiger einer Viererkette beide recht offensiv eingestellt. Im Zuge dessen veränderte Sousa das Spielsystem relativ stark und wählte eine Art Mischsystem aus 4-2-3-1 und 4-4-2 mit asymmetrischer Raute im Mittelfeld. Embolo half im Defensivspiel zeitweise auf dem linken Flügel aus, spielte aber praktisch zweiter Stürmer neben Streller. Delgado agierte als klassische Nummer 10. Zuffi bildete gemeinsam mit Frei das defensive Mittelfeld und hielt sich hauptsächlich halblinks auf. Gonzalez war vielmehr Flügel als Achter, aber doch irgendwie Teil ebendieses rautenartigen Mittelfelds.

Weiterlesen »

Bestandsaufnahme: GC vor dem Derby im Cup

Der Grasshopper Club holte in St. Gallen im vierten Spiel unter dem neuen Coach Tami den ersten Punkt (1:1). Wie bereits in der Vorwoche, als GC im Zürcher Derby gegen den FCZ (0:2) nicht zuletzt wegen einer frühen roten Karte unterlegen war, traten die Grasshoppers mit einer Viererkette an und scheinen damit die Defensive stabilisiert zu haben.

In den ersten beiden Partien nach der Winterpause hatte der neue GC-Trainer Tami sein Team in einem 3-4-1-2-System aufs Feld geschickt. Vor allem im Auswärtsspiel bei den Young Boys vor Wochenfrist hatte diese taktische Einstellung von GC überhaupt nicht funktioniert. Gegen ein früh attackierendes und offensiv individuell gut besetztes 4-2-3-1 von YB hatte man sich viele mannschaftstaktische Probleme selbst geschaffen. Insbesondere individuelle Schwächen waren schonungslos offen gelegt worden. Im Zürcher Derby vor Wochenfrist erfolgte die Umstellung auf ein 4-2-3-1-System. Die Viererkette behielt Tami auch für die Auswärtspartie in St. Gallen bei, stellte sein Mittelfeld allerdings um und wählte erstmals eine 4-1-4-1-Formation. Da beide Spiele von speziellen Umständen geprägt waren, lassen sich die Fortschritte der Grasshoppers nur beschränkt beurteilen. Es ist aber davon auszugehen, dass GC am Mittwoch im Cup-Viertelfinal gegen den FC Zürich erneut mit einer Viererkette antreten wird.

Weiterlesen »