Auch YB kann Luzerner Raute nicht stoppen

Dank dominanter erster Halbzeit setzte der FC Luzern in gewohnter Rautenformation seine Serie guter Resultate auch bei den Young Boys fort (1:0).
Young-Boys-FC-Luzern-formation-tactics

Für die Partie gegen die Grasshoppers war der FC Luzern zum anfangs Rückrunde versuchten 4-3-1-2-System zurückgekehrt und in der Folge nicht mehr davon abgewichen. Die seither währende Ungeschlagenheit der Luzerner hielt auch in Bern, womit sich die herausragende Punkteausbeute seit dem GC-Spiel auf 19 von 21 möglichen Zählern erhöhte. Die Young Boys, bereits definitiv auf Platz 2 klassiert, verzichteten nebst Goalie Mvogo für die Partie gegen Luzern zunächst auch auf die Stammspieler Gerndt und Gajic. Kubo spielte anstelle von Gerndt hinter der Spitze und Bertone bildete zusammen mit Sanogo das defensive Mittelfeld im gewohnten 4-2-3-1-System.

Im Wissen um die Stärke der Luzerner im Zentrum dürfte YB sich vorgenommen haben, im Spielaufbau die vergleichsweise freien Ausseverteidiger einzubinden und vor allem schnell in die Spitze zu spielen. Abgesehen von den Startminuten gelang dies den Young Boys in der ersten Halbzeit allerdings kaum. Aussen konnte sich YB selten durchsetzen, wobei die Luzerner mit ihrem aggressiven Pressing das Spiel auch geschickt in die Mitte lenkten. Dort war das wenig kompakte Berner Team mit nur zwei echten Zentrumsspielern der Luzerner Raute prinzipiell unterlegen. Praktisch jeder Kombinationsversuch der Young Boys im Zentrum endete mit einer Balleroberung des Luzerner Mittelfelds, zumal die Ballsicherheit von YB ohne den spielstarken Gajic generell etwas geringer war als üblich.

YB unterlegen im Zentrum

Die Unterzahl im Zentrum führte vor allem auch dazu, dass YB selbst – trotz der Zweikampfstärke von Bertone oder Sanogo – nicht in der Lage war, im Mittelfeld Bälle zu gewinnen. Erstens führten so die Ballverluste fast immer zu gefährlichen Luzerner Angriffen, zweitens konnte man deshalb selbst nur wenige Konterangriffe lancieren. Luzern hatte es auch bedeutend einfacher, den Ball in den eigenen Reihen zu behalten. Vor allem Sechser Doubaï konnte oft frei angespielt werden, zumal Kubo im Spiel gegen den Ball wie meistens nicht besonders aufmerksam und aufsässig agierte.

Im Umschaltspiel äusserst wertvolle Arbeit für das Luzerner Spiel lieferten wie gewohnt auch die Offensivspieler. Nach Balleroberungen im Mittelfeld sind sie häufig direkt anspielbar für die Auslösung der Gegenangriffe. Vor allem die guten Bewegungen von Lezcano zwischen die Linien verfolgten die Berner Verteidiger nicht eng genug und konnten auch deshalb die Luzerner Angriffe oft bis in den Strafraum nicht mehr stoppen. Zwar hätte das 1:0 der Luzerner wegen Abseits nicht zählen dürfen, aber war doch die logische Folge der zahlreichen Eckbälle und gefährlichen Situationen vor dem Tor. Insgesamt hätten die Luzerner etwas mehr machen müssen aus ihrer Überlegenheit in der ersten Halbzeit.

Wechsel von YB verändern Spiel

Nach der Pause veränderte sich das Spiel merklich und war YB insgesamt das gefährlichere Team. Trotz der sehr schwachen ersten Halbzeit wäre das Remis nicht gänzlich unverdient gewesen. YB-Coach Forte wechselte zur Halbzeit Gajic (für Sanogo) sowie Zarate (für Nuzzolo) und damit wesentlich mehr Ballsicherheit im Mittelfeld ein. Gajic ordnete das Spiel vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit geschickt. Zarate spielte auf der linken Seite stärker eingerückt als Nuzzolo und half damit der Unterlegenheit im Zentrum entgegenzuwirken. Grundsätzlich gerne direkt in den Fuss angespielt, fühlte er sich in den engen Räumen im Zentrum sehr wohl und hielt den Ball gut. YB gelang es insgesamt so viel besser, die Aussen einzubinden und mit hohen Bällen auf Hoarau für Gefahr zu sorgen. Weniger Ballverluste führten automatisch auch zu weniger Angriffen der Luzerner, wobei der FCL in der zweiten Halbzeit auch deutlich abbaute. Viel zu häufig wurde das direkte Anspiel in die Spitze versucht und so die Kontrolle über das Spiel abgegeben anstatt den Ball länger in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen.

So zeigte sich auch, dass bei etwas passiverer Grundhaltung und einsetzender Ermüdung nach anfangs intensivem Pressing die Rautenformation gegen einen immer stärker anrennenden Gegner nicht mehr so gut funktioniert. Der Zugriff auf einen Zentrumsspieler wie Gajic und vor allem auf die Aussenverteidiger findet sich nicht mehr so leicht. Ein Systemwechsel zum 4-1-4-1 würde der Defensive in diesen Situationen vermutlich mehr Stabilität verleihen. So mussten die Luzerner in der Endphase um den Sieg zittern, konnten aber dank insgesamt weiterhin überzeugender Taktik auch von YB nicht gestoppt werden.

Ein Gedanke zu “Auch YB kann Luzerner Raute nicht stoppen

  1. Ich glaube deine Meinung zu Gajic würde in sämtlichen Kommentarspalten und YB-Foren nur wenig Zustimmung finden.
    Aber ich glaube auch er ist ein besserer Spieler als er gemacht wird, bis auf die unnötigen, gefährlichen Ballverluste wenn er mal wieder viel zu lange mit dem Ball spazieren geht ohne zu passen.

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