FC Basel ohne Spielkultur

Die Spielgestaltung des FC Basel weist aktuell grosse taktische Defizite auf. Die 1:2-Niederlage in St. Gallen steht beispielhaft für die fehlende Spielkultur und die enormen Rückschritte des Teams von Urs Fischer.

Zuletzt in der Super League zweimal geschlagen, vermag der FC Basel spielerisch bereits seit Wochen nicht zu überzeugen. Mehrfach bekundete das Team von Urs Fischer viel Mühe in der Spielgestaltung. In St. Gallen brach das FCB-Spiel insbesondere in der zweiten Halbzeit völlig auseinander. Die spielerisch schwachen Auftritte sind die Folge eines grundsätzliches Problems, das über Formschwankungen oder mangelnde Qualitäten einzelner Spieler und die schlechte Anpassung an die gegnerische Taktik hinausgehen. Dieser Fussball ist Ausdruck einer Spielphilosophie, die sehr wenig beinhaltet vom modernen Positionsspiel. Bei eigenem Ballbesitz fehlen sichtbar die systematischen Abläufe eines strukturierten Pass- und Bewegungsspiels, die noch in der vergangenen Saison so prägnant gewesen waren.

Das Positionsspiel gilt als Basis vieler erfolgreicher Teams der letzten Jahre und bildete auch die Grundlage des FCB-Spiels unter Paulo Sousa, wie beispielsweise in diesem schön aufbereiteten Artikel der TagesWoche zu sehen ist. Der deutsche Taktik-Blog spielverlagerung.de beschreibt hier die wichtigsten Grundsätze und beleuchtet in diesem ausgezeichneten Artikel das Positionsspiel von Pep Guardiola. Das womöglich zentralste Element dieser Spielphilosophie besteht darin, durch geschickte Positionierung bzw. passende Bewegungen hinter jeder gegnerischen Verteidigungslinie eine Übermacht zu erzeugen und sich so durch die Reihen bis vors Tor zu kombinieren. Wie die Analyse der Partie gegen den FC St. Gallen zeigt, könnte der FCB aktuell kaum weiter davon entfernt sein.
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